AL-Ausstellung und Lebenslauf von Astrid Lindgren

Bei unserem Schulfest im November 2007 feierten wir den hundertsten Geburtstag von Astrid Lindgren. Eine Plakatausstellung dokumentiert Leben und Werk Astrid Lindgrens auf zehn großen Plakaten (siehe Bildergalerie) und einigen kleineren Formaten. Gerne leihen wir die Ausstellung aus.

 

Astrid Lindgren Ausstellung

Eltern und Kindheit

Die Familie von Samuel August Eriksson lebte auf dem Pfarrhof von Näs, am Rande Vimmerbys. Schon als Dreizehnjähriger verliebte er sich in Hanna Jonsson, die zu jenem Zeitpunkt erst neun Jahre alt war.
Nach der Heirat am 30. Juni 1905 übernahm Samuel August den Pachthof, baute die Landwirtschaft aus und verbesserte sie.
Hanna Jonsson stammt aus Pelarne, das Astrid Lindgren als Vorbild für Bullerbü gedient hat. Sie wäre gerne Lehrerin geworden. Ihr Organisationstalent war gut für den großen Haushalt auf Näs.
Das erste Kind Gunnar, wurde 1906 geboren, Astrid am 14. 11. 1907. Es folgten Stina, 1911 und Ingegerd 1916. Die vier Geschwister hatten ein enges Verhältnis untereinander. 

"Es war schön, auf Näs Kind zu sein, und schön, Kind von Samuel August und Hanna zu sein. Warum war es schön? Darüber habe ich oft nachgedacht und ich glaube, ich weiß es. Zweierlei hatten wir, das unsere Kindheit zu dem gemacht hat, was sie gewesen ist - Geborgenheit und - Freiheit."
(Zitat Astrid Lindgren)

Heute wird der Pfarrhof u. a. als Astrid-Lindgren Forschungszentrum genutzt. 

Astrid Lindgrens Kindheitserinnerungen finden sich in vielen ihren Büchern. Sicherheit und Freiheit sind nach ihrer Meinung das, was ihre Kindheit auszeichnete. Unberührte Natur, Wiesen und Wälder Smalands mit Moosen, Flechten und wilden Blumen prägten sie nachhaltig und regten auch zu tollen Spielen an.

" Falls du je an einem frühen Juni-Morgen in einem Wald in Smaland gewesen bist, dann wirst du sofort wissen, wie es ist. Du hörst den Kuckuck rufen und die Amsel flöten, du fühlst, wie weich die Kiefernnadeln unter deinen nackten Füßen sind und wie wohltuend die Sonne dir den Nacken wärmt. Du genießt den Duft des Harzes von den Kiefern und Tannen und du siehst, wie weiß die Walderdbeeren auf den Lichtungen blühen."

Edit, einige Jahre älter als Astrid und Tochter des Kuhknechtes erzählte der kleinen Astrid Märchen, die sie gelesen hatte. So entdeckte Astrid die Macht der Literatur und die wunderliche Magie des Märchens.

Jugend und Berufseinstieg

Astrid Lindgren erinnert sich an ihre Jugendjahre als an eine düstere und melancholische Zeit. Sie empfindet ein Verlustgefühl, als sie eines Tages entdeckte, dass sie nicht mehr spielen konnte. Der Zauber war verschwunden. Die Kindheit war für sie das verlorene Paradies, die Zeit im Leben, zu der sie ständig zurückkehrt. 

Im Mai 1923 legte sie in Vimmerby das Realexamen ab. Jetzt war die Kindheit für Astrid Ericsson endgültig zu Ende.

Ein paar Jahre nach Schulabschluss lehnte sich Astrid gegen die Werte
der Eltern und der Kleinstadt auf und ließ sich die Haare abschneiden. 

Im Hebst 1924 begann Astrid Lindgren als Volontärin bei der "Vimmerby Tidning". Sie schrieb Theaterrezensionen, kleine Meldungen und eine Reportage über eine Wanderung mit Freundinnen, las Korrektur und bediente das Telefon. 

Im Herbst 1926 verließ sie die Redaktion und Vimmerby.
Sie war im sechsten Monat schwanger, wollte aber den viel älteren Freund (Chefredakteur Blomberg) nicht heiraten. Um dem Skandal zu entgehen - auch Mutter Hanna wollte "nur nichts nach draußen dringen lassen" - zog sie nach Stockholm.
Hier begann sie eine Sekretärinnenschule und fand eine Stelle als Kontoristin.

Ihren Sohn Lars - "Lasse" brachte sie am 4. Dezember 1926 in Kopenhagen zur Welt. Sie wohnte bei der Hebamme und konnte dort einige Wochen mit ihrem Jungen verbringen, bevor sie nach Schweden zurück kehrte. Lasse blieb bei seiner Pflegemutter, Frau Stevens.
Es folgten schwere Jahre für Astrid. Sie sparte wo sie konnte, um  Lasse so oft wie möglich zu besuchen. So reiste sie in drei Jahren vierzehn Mal mit Zug und Schiff nach Kopenhagen und zurück. Nur wenige Menschen wussten von ihrer schwierigen Lage. 

Im Januar 1930 war Astrid gezwungen, Lasse zu sich nach Stockholm zu holen, weil die Pflegemutter schwer erkrankt war.
Wochentags wurde der Junge von der Vermieterin beaufsichtigt, an Feiertagen vergnügten sich Mutter und Sohn im Park, kletterten auf Bäume, schaukelten und rutschten.
Später erzählte Lasse: "Sie war nicht wie andere Mütter. Sie saß nicht auf einer Bank - sie wollte selber spielen!"

Astrid Lindgren Ausstellung

Familienzeit

Im Mai 1930 kehrte Astrid mit Lasse nach Näs zurück, wo er wie ein verlorener Sohn empfangen wurde. Mit hoch erhobenem Kopf fuhr  sie im offenen Wagen durch die klatschsüchtige Kleinstadt, wo man "es nicht gewohnt war, dass unverheiratete Mütter mit ihren Kindern spazieren gehen, als ob sie genauso große Wunder wären wie alle anderen Kinder".

Astrid arbeitete als Sekretärin beim Königlichen Automobilclub (KAK) in Stockholm. Ihr Chef war der neun Jahre ältere Sture Lindgren, den sie im April 1931 heiratete.
Ihre Ehe währte 21 Jahre. Sture starb im Juni 1952.
Im Mai 1934 wurde Tochter Karin geboren, Astrid ging auf in ihrer Rolle als Hausfrau und Mutter. Sie schreibt immer wieder kurze Geschichten und Märchen für Zeitschriften.

Es begann mit einer Gute-Nacht-Geschichte

Als Siebenjährige erfand die erkrankte Karin den Namen Pippi Langstrumpf, indem sie ihre Mutter bat: "Erzähl von Pippi Langstrumpf!" Es sollte die berühmteste Kinderbuchfigur der Welt werden. Mehrere Jahre lang erfand Astrid immer neue Geschichten von einem Mädchen mit roten Zöpfen und Sommersprossen, das zusammen mit einem Affen und einem Pferd in einem großen Haus wohnt. "Der Name war so verrückt, dass die Geschichte dementsprechend wurde."
Vorlage für die "Villa Kunterbunt" war das neue gelbe Haus auf Näs.

Im März 1944 rutschte Astrid Lindgren auf Glatteis aus und musste mit einem verstauchten Fuß im Bett liegen. Um sich die Zeit zu vertreiben, begann sie, die Geschichten über Pippi aufzuschreiben. Sie sollten ein Geschenk zu Karins zehntem Geburtstag werden. Eine Kopie schickte sie an den Bonniers Verlag, mit der Bemerkung, man werde wohl davon absehen, das Jugendamt zu benachrichtigen. Das Manuskript wird abgelehnt.
Nach einer durchgreifenden Überarbeitung gewinnt Astrid bei einem Wettbewerb den ersten Preis.

Auf den Umschlag des Originalmanuskripts zeichnete Astrid Lindgren selbst das allererste Bild von Pippi.

"Man kann in Kinder nichts hineinprügeln,  aber man kann vieles aus ihnen herausstreicheln."

Im Herbst 1944 - noch vor "Pippi Langstrumpf" - erhielt sie einen Preis für ihr erstes Buch "Britt-Mari erleichtert ihr Herz".
Nach Pippi folgten "Wir Kinder aus Bullerbü", "Kalle Blomquist Meisterdetektiv", Märchensammlungen, Bilderbücher,…
Außerdem wurde sie 1946 als Redakteurin beim Verlag Raben & Sjögren angestellt und war für die wachsende Kinderbuchproduktion des Verlages verantwortlich, bis sie 1970 in Pension ging. 

" Man muss sich selbst als Kind erleben, wenn man für Kinder schreibt. Man trägt ja alle Alter in sich. Manchmal schaut das eine hervor, manchmal das andere."

Bücher und Werke

Im Frühjahr 1949 reiste der Verleger Friedrich Oetinger nach Stockholm. In einer Buchhandlung entdeckte er ein Kinderbuch, auf dessen Titel ein Mädchen mit roten Zöpfen und verschiedenfarbigen Rutschestrümpfen abgebildet war. Das Buch war damals bereits ein Erfolg und Oetinger traf sich mit Astrid Lindgren. Sie erteilte ihm die Option, ihre Bücher in Deutschland zu verlegen. Es begann eine lebenslange Freundschaft und die deutsche Karriere Astrid Lindgrens. Die erste deutsche Ausgabe von "Pippi Langstrumpf" erschien noch im selben Jahr.

"Ich schreibe zum Vergnügen des Kindes in mir."

Astrid Lindgrens Bücher gibt es in über 3500 verschiedenen Ausgaben. Hier sitzt sie im Wohnzimmer mit einer kleinen Auswahl der Übersetzungen.
Sie hat 40 Kinder- und Jugendbücher, 47 Bilderbücher, 17 Theaterstücke, 27 Drehbücher für Spielfilme und Fernsehserien sowie zahlreiche Kinderlieder geschrieben.
Ihre Bücher wurden in 89 Sprachen übersetzt und haben sich insgesamt in mehr als 145 Millionen Exemplaren verkauft. 

"Denn ohne Freiheit welkt die Blume der Poesie, wo immer sie auch blühen mag."

Astrid Lindgren wurde eine populäre Mitarbeiterin im Rundfunk. Sie wirkte selbst in verschiedenen Programmen mit und ihre Stimme war bald im ganzen Land bekannt. Als Vorleserin ihrer eigenen Werke war sie unübertrefflich.
Als Ende der fünfziger Jahre das Fernsehen begann, wurde sie auch hier geschätzter Gast in beliebten Programmen. Sie wurde "Astrid" für das ganze schwedische Volk.

Politisches Wirken
"Pomperipossa"

1976 mischte sich Astrid Lindgren in die politische Debatte ein, als die schwedische Steuergesetzgebung dazu führte, dass Selbständige (Schriftsteller zählen in Schweden dazu) bis zu 100 % an Steuer- und Sozialabgaben zahlen mussten. Sie schrieb dazu das Steuermärchen "Pomperipossa in Monismanien", das in der Abendzeitung Expressen veröffentlicht wurde. Damit kritisierte Astrid Lindgren die sozialdemokratische Regierung und deren Steuerpolitik aufs Schärfste. In der darauffolgenden Debatte prangerte sie auch eine Arroganz der Macht an, die die Regierungspartei in den Augen Vieler ausstrahlte. 

1973 wurde ihr Werk "Die Brüder Löwenherz" Gegenstand einer Debatte im schwedischen Parlament, da die darin enthaltene "Sage vom Tod und nichts als dem Tod" angeblich den Selbstmord verherrliche. Astrid Lindgren war selbst Mitglied im Verein "Das Recht auf unseren Tod", der sich für das Recht auf ein würdiges Sterben einsetzt.

Etwa 1985 begab sich Astrid Lindgren in die Debatte über Tierhaltung in Schweden. Zusammen mit der Tierärztin Kristina Forslund schrieb sie das Buch "Meine Kuh will auch Spaß haben". Dadurch und durch eine Reihe von Artikeln machte sie - als ehemalige Bauerntochter - darauf aufmerksam, wie schlecht Schweine, Kühe, Hühner und andere Tiere in schwedischen Tierwirtschaftsbetrieben behandelt wurden.
Zu ihrem 80. Geburtstag bekam sie vom damaligen Ministerpräsidenten ein neues Tierschutzgesetz geschenkt.

Astrid Lindgren Ausstellung

Niemals Gewalt!

Ein Thema zieht sich mit aller Unerschütterlichkeit und Konsequenz durch Astrid Lindgrens Leben und Werk:
Der Kampf für das Recht aller Kinder auf Geborgenheit und Liebe. Diese Haltung kennzeichnet nahezu ihr ganzes Schaffen.
Die Rede, die Astrid Lindgren 1978 anlässlich der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hielt, hat bis heute nichts an ihrer brennenden Aktualität eingebüßt. Sie richtet sich vehement gegen Gewalt, körperliche Züchtigung und erniedrigende Erziehungsmethoden. 

Ein Jahr später wurde die körperliche Züchtigung von Kindern in Schweden per Gesetz verboten. 

"Aber es gibt Dinge, die man tun muss, auch wenn sie gefährlich sind … sonst ist man kein Mensch, sondern nur ein Häuflein Dreck."

Preise und Ehrungen

Astrid Lindgrens Schriftstellerkarriere wurde von zahlreichen Preisen und Auszeichnungen begleitet - national und international. 

Nur einige als Beispiele:
1944: 2. Preis für "Britt-Mari erleichtert ihr Herz"
1945: 1. Preis für Pippi Langstrumpf
1950: Nils-Holgersson-Plakette für "Nils Karlsson - Däumling"
1956: Deutscher Jugendbuchpreis für "Mio, mein Mio"
1958: Hans-Christian-Andersen-Medaille
1963: Wahl in die literarische Gesellschaft "De Nio"
1965: Schwedischer Staatspreis für Literatur
1971: Goldmedaille der Schwedischen Akademie
1978: Friedenspreis des Deutschen Buchhandels
1984: wird in Kiel die erste Straße in Deutschland nach Astrid Lindgren benannt
1987: Goldmedaille des Schwedischen Tierschutzvereins
1987: Leo-Tolstoi-Preis (Sowjetunion)
1993: International Book Award
1994: der Alternative Nobelpreis
1996: die erste "Astrid-Lindgren"-Briefmarke
1996: bittet die russische Wissenschaftsakademie um Erlaubnis, den neu entdeckten Asteroiden Nr. 3204 nach Astrid Lindgren zu benennen. Ihr Kommentar dazu: " Von nun an dürft ihr mich Asteroid Lindgren nennen."              
1997: "Schwedin des Jahres" Astrid Lindgrens Kommentar dazu: "Ihr verleiht den Preis an eine Person, die uralt, halb blind, halb taub und total verrückt ist. Wir müssen aufpassen, dass sich das nicht herumspricht!"
1999: Beliebteste Schwedin des Jahrhunderts (Umfrage des "Expressen")
2002: posthum: Internationaler Buchpreis CORINE

Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels 1978

In der Begründung der Jury heißt es u. a. dass Astrid Lindgren mit ihrem gesamten Werk beispielhaft ist "für alle, die mit ihren Büchern Kindern in aller Welt als unverlierbaren Schatz die Fantasie schenken und ihr Vertrauen zum Leben bestärken."

Astrid Lindgren schreibt vor der Entgegennahme des Preises die Rede "Niemals Gewalt!" über den Zusammenhang von Gewalt gegen Kinder und Gewalt auf der Welt. Nachdem die Veranstalter die Rede im Vorhinein geprüft haben, bitten sie Astrid Lindgren, Abstand davon zu nehmen, die Rede zu halten. Astrid antwortet, dass sie dann auch Abstand von ihrem Erscheinen nehmen wird.
Angesichts dieser Drohung geben die Veranstalter nach.
Die Rede, in der sie insbesondere zur gewaltfreien Erziehung von Kindern auffordert, fand große Beachtung. 

Ein Ausschnitt:
Jenen aber, die jetzt so vernehmlich nach härterer Zucht und strafferen Zügeln rufen, möchte ich das erzählen, was mir einmal eine alte Dame berichtet hat. Eines Tages hatte ihr kleiner Sohn etwas getan, wofür er ihrer Meinung nach eine Tracht Prügel verdient hatte, die erste in seinem Leben. Sie trug ihm auf, in den Garten zu gehen und selber nach einem Stock zu suchen, den er ihr dann bringen sollte. Der kleine Junge ging und blieb lange fort. Schließlich kam er weinend zurück und sagte: "Ich habe keinen Stock finden können, aber hier hast du einen Stein, den kannst du ja nach mir werfen." Da aber fing auch die Mutter an zu weinen, denn plötzlich sah sie alles mit den Augen des Kindes. Das Kind muss gedacht haben, "meine Mutter will mir wirklich weh tun, und das kann sie ja auch mit einem Stein". Sie nahm ihren kleinen Sohn in die Arme und beide weinten eine Weile gemeinsam. Dann legte sie den Stein auf ein Bord in der Küche, und dort blieb er liegen als ständige Mahnung an das Versprechen, das sie sich in dieser Stunde selber gegeben hatte: "NIEMALS GEWALT!"

"Vielleicht wäre es gut, wenn wir alle einen kleinen Stein auf das Küchenbord legten als Mahnung für uns und für die Kinder: Niemals Gewalt!"

Alter und Tod

Am 28. Januar 2002 entschlief Astrid Lindgren still und ruhig im Kreis ihrer Familie in ihrer Wohnung in der Dalagatan 46 in Stockholm, wo sie seit fast sechzig Jahren zuhause war. Die Nachricht ihres Todes verbreitete sich rasch. Am Abend standen Hunderte Erwachsene, Kinder, Teenager schweigend und trauernd vor ihrer Haustür. Ein Meer aus Blumen und Kerzen wurde nieder gelegt.
Die Gedenkfeier fand im Stockholmer Dom Storkyrkan am 8. März 2002, dem Internationalen Frauentag, statt. Unter den Trauernden befanden sich das Königspaar mit Kronprinzessin Viktoria, der Ministerpräsident und einige Staatsminister. 

Hunderttausende Menschen säumten in der Frühlingssonne die Straßen und geben ihr das letzte Geleit, als der von Pferden gezogene Katafalk durch die Straßen Stockholms fährt. Hinter dem Sarg folgten ein Mädchen und ein weißes Pferd. 

Jetzt ruht Astrid Lindgren auf dem Friedhof in Vimmerby im Grab ihrer Eltern. Ihr Grabstein stammt von der letzten Kuhweide auf Näs. 

Zitate

"An dem Tag, da die Fantasie der Kinder nicht mehr die Kraft besitzt, sie zu erschaffen, an diesem Tag wird die Menschheit arm."

"Kinder sollten mehr spielen, als viele es heutzutage tun. Denn wenn man genügend spielt, solange man klein ist - dann trägt man Schätze mit sich herum, aus denen man später ein Leben lang schöpfen kann. Dann weiß man, was es heißt, in sich eine warme Welt zu haben, die einem Kraft gibt, wenn das Leben schwer wird."  

"Ganz gewiss sollen Kinder Achtung vor ihren Eltern haben, aber ganz gewiss sollen auch Eltern Achtung vor ihren Kindern haben und niemals dürfen sie ihr natürliche Überlegenheit missbrauchen."

zu Männer und Frauen:

"Die Weiber sind zäh und stark wie Esel und backen gutes Brot mit vielen Rosinen drin. Aber wenn man sie reizt, gehen sie unmittelbar zum Angriff über…"

"Ich habe mich immer darüber geärgert, wie man Frauen behandelt. Oft hatte man das Gefühl, es gäbe nur ein Geschlecht, die Männer."

Originalschauplätze

Batsmansgatan
Hier ließ Astrid Lindgren ihren Kalle Blomquist herumschleichen. 

Svedstorp / Bullerbü
Astrid Lindgrens Vater stammte von hier. Nordhof, Mittelhof und Südhof - hier entstanden die Außenaufnahmen für die Bullerbü-Filme. 

Katthult
Hier entstanden die Michel-Filme. Wohnhaus, Tischlerschuppen mit Michels Holzmännchen

Astrid Lindgrens Näs, Vimmerby, Schweden
Die Stiftung zur Bewahrung und Pflege von Astrid Lindgrens Lebenswerk wurde zum 90. Geburtstag der Schriftstellerin von der Gemeinde Vimmerby und dem Park "Astrid Lindgrens Welt" gegründet. Großzügige Beiträge einer breiten Öffentlichkeit, Wirtschaft, versch. Organisationen, Strukturfonds der EU und nicht zuletzt der schwedischen Regierung - die einen Betrag stiftete, der genau dem des Nobelpreises für Literatur entsprach - ermöglichten die Realisierung des großen Projekts. Und so konnte im Juni 2007 das neue Dokumentationszentrum mit der Dauerausstellung "Astrid Lindgren für die ganze Welt" aus Näs eröffnet werden.

"Die Bücher brauchen die Fantasie der Kinder, das ist wahr, Aber noch wahrer ist es, dass die Fantasie der Kinder die Bücher braucht, um zu leben und zu wachsen.
Alles Große, das in der Welt vollbracht wurde, spielte sich zuerst in der Fantasie eines Menschen ab, und wie die Welt von morgen aussehen wird, hängt zum großen Teil vom Maß der Einbildungskraft jener ab, die heute lesen lernen. Deshalb brauchen Kinder Bücher."
(Ansprache anlässlich der Verleihung der Hans-Christian-Andersen-Medaille 1958 in Florenz)

Quellen:
- Lena Törnqvist: Astrid aus Vimmerby, Oetinger
- Margareta Strömstedt: Astrid Lindgren Mein Smaland, Oetinger
- Astrid Lindgren Steine auf dem Küchenbord, Oetinger
- Astrid Lindgren Bilder ihres Lebens, Oetinger
- Christina Björk, Eva Eriksson: Von Kletterbäumen, Sachensuchern und kitzligen Pferden, Oetinger
- Astrid Lindgren Lesebuch zum 100. Geburtstag, Oetinger
- Astrid Lindgren für die ganze Welt, Ausstellungskatalog des 2007 eröffneten Dokumentationszentrum auf Näs, Vimmerby, Schweden

Fotos: privat, bei einer Schwedenreise im August 2007

Die Vorschau der Plakate finden Sie in unserer Bildergalerie

Die Ausstellung wurde erstellt von Renate Oehler
(Förderlehrerin, Astrid-Lindgren-Volksschule (Grundschule) Hösbach)

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